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1998 Drei Männer im Schnee v. Erich Kästner

Was haben „Drei Männer im Schnee“ mit vier Männern in Bamberg zu tun? Nicht sehr viel, werden Sie sagen. Zugegeben, auf den ersten Blick birgt die Tatsache, dass es sich in beiden Fällen um Männer handelt, die einzige Übereinstimmung. Wer sich jedoch dem gleichnamigen Roman Erich Kästners näher gewidmet hat, wird im Vorwort eine weitere Ähnlichkeit finden: Die Quellen für seinen Roman schöpfte Kästner nämlich bei einer Zugfahrt mit einem Freund nach Bamberg. Dieser Freund musste den dortigen Reiter-den Bamberger Reiter-gesehen haben, um seiner vermeintlichen Braut, einer Kunsthistorikerin, den erforderlichen Bildungstand nachzuweisen. (Es sei an dieser Stelle bemerkt, dass sich die Kunsthistorikerin während der Abwesenheit der beiden mit einem Zahnarzt verlobte, der den Bamberger Reiter übrigens auch nicht kannte. Doch dies nur nebenbei.) Die eigentliche Geschichte wurde den zwei Freunden von einem Herrn berichtet, der zufällig im selben Abteil saß. Und da sich diese Geschichte als ausgezeichneter Stoff herausstellte, knobelten die beiden Freunde darum, wer daraus einen Roman schreiben dürfe. Kästner gewann, und schrieb den Roman. Soviel dazu.  Das waren jetzt aber doch nur zwei Freunde, allenfalls drei Männer, werden Sie feststellen, weshalb dann vier Männer in Bamberg ? Das kam so:  Um an die entsprechenden Hintergrundinformationen zu gelangen, fassten vier Spieler des Tollhaus-Theaters einen Beschluss. Auf den Spuren Erich Kästners trat das „vierköpfige Trio“ per Zugabteil die historische Reise in Form eines kulturellen Wochenendes an. Allen Misstrauischen, denen dieses Wochenende wohl mehr als Vorwand erscheint, kulturelle Zwecke als Deckmantel einer drei tägigen Zechtour zu tarnen, sei folgendes gesagt: Wer glaubt, dass die Herren Koch, Rettinger, Rosenberger und Thünemann sich in die fränkische Biermetropole mit der größten Brauereidichte Bayerns begeben, um dann bei einem Glase Limonade oder Mineralwasser über die architektonischen Besonderheiten der dortigen Sehens-würdigkeiten zu beratschlagen, dem sei freilich gesagt, dass das nicht ganz deren Art ist. Aber werden und wurden nicht schon oft die tiefgründigsten Erkenntnisse aus dem tiefen Grunde eines geleerten Glases Rauchbieres gewonnen, oder warum gefiel es zum Beispiel E.T.A. Hoffmann so gut in Bamberg ? Doch es wird immer einige Hartnäckige  geben, die den genannten Grund unserer Reise nicht anerkennen. Das ist nicht unsere Schuld. Wir erinnern uns an die Inschrift auf dem großen Querbalken über der Theke des Schlängala-Gasthauses: „Geh deinen Weg, und lass die Leute reden .

 

Mitwirkende:

Geheimrat Tobler: Günter Thünemann
Fritz Hagedorn: Heiko Rosenberger
Johann Kesselhuth: Robert Koch
Hilde Tobler: Ina Holzmann
Frau Kunkel: Gabi Schmitt
Hoteldirektor Kühne: Frank Thalheimer
Portier Polter: Martin Hofmann
Mrs. Casparius: Silvia Zang
Mdm. von Mallebré: Nicole Arzt
Boy: Andreas Völker
Regie:  Günther Thünemann, Heiko Rosenberger, Frank Thalheimer
Souffleuse: Teresa Bahmer
Technik: Andreas Völker
Pianist: Sven Rienecker
Inspizientin Ursula Ließmann