| Was haben „Drei Männer im Schnee“ mit vier Männern in Bamberg zu tun? Nicht sehr viel, werden Sie sagen. Zugegeben, auf den ersten Blick birgt die Tatsache, dass es sich in beiden Fällen um Männer handelt, die einzige Übereinstimmung. Wer sich jedoch dem gleichnamigen Roman Erich Kästners näher gewidmet hat, wird im Vorwort eine weitere Ähnlichkeit finden: Die Quellen für seinen Roman schöpfte Kästner nämlich bei einer Zugfahrt mit einem Freund nach Bamberg. Dieser Freund musste den dortigen Reiter-den
Bamberger Reiter-gesehen haben, um seiner vermeintlichen Braut, einer
Kunsthistorikerin, den erforderlichen Bildungstand nachzuweisen. (Es sei
an dieser Stelle bemerkt, dass sich die Kunsthistorikerin während der
Abwesenheit der beiden mit einem Zahnarzt verlobte, der den Bamberger
Reiter übrigens auch nicht kannte. Doch dies nur nebenbei.) Die
eigentliche Geschichte wurde den zwei Freunden von einem Herrn
berichtet, der zufällig im selben Abteil saß. Und da sich diese Geschichte als
ausgezeichneter Stoff herausstellte, knobelten die beiden Freunde darum,
wer daraus einen Roman schreiben dürfe. Kästner gewann, und schrieb den
Roman. Soviel dazu. Das waren jetzt aber doch nur zwei Freunde,
allenfalls drei Männer, werden Sie feststellen, weshalb dann vier Männer
in Bamberg ? Das kam so: Um an die entsprechenden
Hintergrundinformationen zu gelangen, fassten vier Spieler des
Tollhaus-Theaters einen Beschluss. Auf den Spuren Erich Kästners trat
das „vierköpfige Trio“ per Zugabteil die historische Reise in Form
eines kulturellen Wochenendes an. Allen Misstrauischen, denen dieses
Wochenende wohl mehr als Vorwand erscheint, kulturelle Zwecke als
Deckmantel einer drei tägigen Zechtour zu tarnen, sei folgendes gesagt:
Wer glaubt, dass die Herren Koch, Rettinger, Rosenberger und Thünemann
sich in die fränkische Biermetropole mit der größten Brauereidichte
Bayerns begeben, um dann bei einem Glase Limonade oder Mineralwasser
über die architektonischen Besonderheiten der dortigen
Sehens-würdigkeiten zu beratschlagen, dem sei freilich gesagt, dass das
nicht ganz deren Art ist. Aber werden und wurden nicht schon oft die
tiefgründigsten Erkenntnisse aus dem tiefen Grunde eines geleerten
Glases Rauchbieres gewonnen, oder warum gefiel es zum Beispiel E.T.A. Hoffmann
so gut in Bamberg ? Doch es wird immer einige Hartnäckige geben, die
den genannten Grund unserer Reise nicht anerkennen. Das ist nicht unsere
Schuld. Wir erinnern uns an die Inschrift auf dem großen Querbalken über
der Theke des Schlängala-Gasthauses: „Geh deinen Weg, und lass die Leute
reden . |