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Die weiße Weste v.Heinrich Spoerl (1887 - 1955)


Romancier, Bühnen- und Drehbuchautor, Feuilletonist. Geboren am 8. Februar
1887 in Düsseldorf. Eltern: Johann Heinrich (II.) Spoerl, Ingenieur und
Inhaber einer Fabrik für Druck- und Papierverarbeitungsmaschinen und Anna,
geb. Frisch. 1905 Abitur an der Oberrealschule am Fürstenwall in
Düsseldorf-Bilk. Anschließend Jurastudium in Marburg, Berlin, Bonn und
München; Promotion über »Die gemischten Verträge«; Justizreferendariat. 1911
erste Veröffentlichungen in der Düsseldorfer Lokalpresse; Heirat mit Emma
Prazlik (gest. 1913). 1913 - 1919 Gerichtsassessor in Düsseldorf. 1915 Heirat
mit der Konzertsängerin Gertrud Kebben (1896 - 1947); 1917 Geburt des Sohnes
Alexander. 1919 - 1937 Rechtsanwalt beim Amts- und Landgericht Düsseldorf.
1933 erscheint, zunächst in Fortsetzungen im »Mittag«, der Roman »Die
Feuerzangenbowle«. 1937 - 1940 freier Schriftsteller in Berlin. 1941
Übersiedlung nach Rottach-Egern; dort 1945 Eröffnung einer Anwaltskanzlei.
Am 25. August 1955 stirbt Heinrich Spoerl in Rottach-Egern.

Zitate:
»Den Schurken, der sich den Schnurrbart zwirbelt, erkennen wir leicht. Doch
die, die sich in gute Taten hüllen, sind schwer zu erkennen. Wachsamkeit,
Mister Worf, das ist der Preis, den wir ständig zu zahlen haben.«
(Jean-Luc Picard, Raumschiff Enterprise)

Es ist merkwürdig, dass dieses topaktuelle Bühnenwerk, das Korruption und
Bestechlichkeit in den Mittelpunkt seiner Handlung rückt, so lange in der
Mottenkiste der Literatur verschollen war. Heinrich Spoerl, bekannt geworden
durch die »Feuerzangenbowle«, karikiert in seiner 1946 uraufgeführten
Komödie menschliche, ja allzu menschliche Verstrickungen in sieben teils
heiteren, teils bitterbösen Szenen.
(Herbert Rettinger)

In Anbetracht der letzten Ereignisse in Bezug auf unmoralische
Verhaltensweisen (Zumwinkel, VW, Siemens, etc.) erkennt man die Aktualität
dieses Stückes. Dabei sollte man allerdings auch nicht vergessen, dass
Spoerl keineswegs nur die »Großen« anprangern wollte, sondern vielmehr
aufzeigen wollte, wie schnell jeder Einzelne vom Pfad der Tugend abkommen
kann und wie schwierig ­ ja, vielleicht unmöglich ­ es ist, im alltäglichen
Leben wahrhaft aufrichtig zu bleiben.
(Heiko Rosenberger)




 

 

Mitwirkende:

Vorspiel  
Der erfolgreiche Mann Herbert Rettinger
Buttler Robert Koch
Sekretär Thomas Orschler
Die Dachkammer  
Butler Robert Koch
Junge Frau Renate Baumann
Der Freund Günter Thünemann
In der Anwaltskanzlei
Rechtsanwalt Herbert Rettinger
Sekretärin Simone Schüßler
Eine Frau Claudia Bannwitz
Der neue Klient Thomas Orschler
In der Gartenlaube  
Die schöne Frau Silvia Zang
Liebling Robert Koch
Der Fremde Günter Thünemann
Der Ring  
Der Direktor Mike Müller
Chefsekretärin Renate Baumann
Eine Angestellte Simone Schüßler
Der Herr vomAusschuss Robert Koch
Im Gartenlokal  
Eine alleinsitzende Dame Silvia Zang
Erster Herr Robert Koch
Zweiter Herr Thomas Orschler
Kellner Günter Thünemann
Finale  
Stimme des Redners Winfrid Streblow
Der Präsident Herbert Rettinger
Schriftführerin Claudia Bannwitz
Der Idealist Mike Müller
Beisitzer Günter Thünemann
  Thomas Orschler
  Renate Baumann
  Simone Schüßler
  Silvia Zang
  Robert Koch
   
   
   
Regie: Günter Thünemann
Technik  Dietmar (Tom) Domröse, Daniel Jordan
Maske Silvia Zang, Robert Koch
Souffleuse / kasse Teresa Bahmer, Ursula Häcker
Bühnenbau Thomas Orschler / Dietmar (Tom) Domröse / Daniel Jordan