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Romulus der Große,   v. Friedrich Dürrenmatt


Wir schreiben das Jahr 476 nach Christus. Das römische Weltreich liegt in den letzten Zügen: Korruption und Dekadenz bedrohen das Imperium von innen, eindringende Germanenhorden von außen. Inmitten dieses Zusammenbruchs residiert Romulus Augustus, der Kaiser von Westrom, in seinem Landhaus in Campanien, weitab von Rom und widmet sich – anstatt Vorkehrungen zur Rettung des Reichs zu treffen – mit stoischer Gelassenheit seiner Lieblingsbeschäftigung: der Hühnerzucht. Jegliche Warnungen seitens seiner Familie und der Minister beharrlich ignorierend, ist er weder bereit, das Reich mit militärischen Mitteln zu verteidigen, noch es durch ein unmoralisches Angebot eines Wirtschaftsbonzen, samt dessen finanzieller Unterstützung, zu retten. Angesichts solch vehementer Untätigkeit des Protagonisten stellt sich die Frage, ob sich nicht etwa eine höhere Intention hinter dem Nichtstun des Kaisers verbergen könnte … so viel sei verraten: Die Germanen werden kommen!
Doch warum tritt hier ein römischer Senator mit Rollator und Handy auf, befinden sich die Konterfeis aktueller Staatsmänner und -frauen auf den Büstensockeln und wechselt der Kriegsminister ständig die Uniformen? Vielleicht, weil in diesem Stück eine Allgemeingültigkeit liegt, die auch in unseren Tagen ihre Bestätigung findet …     

Heiko Rosenberger

 

 

 

Mitwirkende:

Romulus Augustus, Kaiser v. Westrom Herbert Rettinger
Julia, seine Frau Silvia Zang
Rea, seine Tochter Ursula Häcker
Zeno der Isaurier, Kaiser v. Ostrom Günter Thünemann
Ämilian, Römischer Patrizier Thomas Deublin
Mares, Kriegsminister Philipp Kunkel
Tullius Rollatus, Innenminister Robert Koch
Appolyon, Kunsthändler Simon Stenger
Achilles, Kammerdiener Claudia Bannwitz
Pyramus, Kammerdiener Renate Baumann
Cäsar Rupf, Industrieller Frank Wenzel
Phylax, Schauspieler Simone Schüssler
Odoaker, Fürst der Germanen Mike Müller
Theoderich, sein Neffe Bernd Eisert,Martin Maidhof
Ein Koch Tina Rosenberger
Dienstmänner Lukas Albert, Philipp Rachor